Das hohe Lagepotenzial einlösen und aktivieren: Das Projekt sieht den Hauptfokus – wie bereits im Projekttitel „Austrian Science Communication Center“ (ASCC) eingeschrieben – in der Kommunikation und der Aktivierung vorhandener, aber ungenutzter Qualitäten. Die städtebauliche Quasi-Solitär-Position des Bestandshauses zwischen Bäckerstraße und Wollzeile und die generell prädestinierte Lage mitten im 1. Bezirk bieten hohes Potential.
Sowohl der Vorplatz auf Seite der Wollzeile als auch die Spange zwischen den zwei Verbindungsbrücken zur Akademie der Wissenschaften in der Bäckerstraße fassen urbane Vorplätze, die stärker mit dem Bestandshaus interagieren möchten. Diese Außenräume sollen mit einem vitalen Bekenntnis zur Urbanität öffentlichkeitswirksam im Geiste Rudolf Prohazkas weitergedacht werden.
Die Aula der Wissenschaften öffnet sich & lässt den öffentlichen Raum herein: Die repräsentativen Bogenachsen zum Vorplatz werden geöffnet und zur öffentlichen Passage. Es entstehen neue städtische Durchwegungsmöglichkeiten und Blickbeziehungen, die die Neugier der Passanten wecken – Ein neuer, gemeinsamer öffentlicher Raum, der sich als Begegnungszone für Öffentlichkeit (Gastronomie), ASCC und Akademie der Wissenschaften durch das Gebäude erstreckt.
Beim Flanieren durch die neue Arkade kommt man ungeplant und zufällig mit dem ASCC in Kontakt, das Arkadencafe lädt zum Verweilen ein – ein großes Potenzial, neue Besucher und Interessenten zu gewinnen.
Das Gebäude wird über die neue Foyersituation an der öffentlichen Passage betreten. Der Foyer- und Infobereich östlich der Passage wird nach Norden um die konsumfreie Zone erweitert, die bei Bedarf als zusätzliche Garderobe funktioniert.
Die Ausstellungsflächen im 1.OG werden um einen Workshopbereich ergänzt und neu programmiert. Das Einbaumöbel bietet im Zusammenspiel mit akustisch wirksamen Vorhängen den wechselnden Nutzungen (Vorträge, Workshop) die notwendige räumliche Flexibilität.
Die „Alte Aula“ als Gebäudebestand wurde vor gut 20 Jahren hochwertig saniert und umgebaut. Die räumlichen Qualitäten sind gut gealtert und werden im Zuge des Projekts einer behutsamen programmatische Neuausrichtung und Reorganisation im Bezug auf Foyer- und Backstagebereiche unterzogen.
Kleinstmögliche Interventionen mit größtmöglicher Wirkung: Die baulichen Eingriffe beschränken sich – auch angesichts des begrenzten Budgetrahmens – auf ein notwendiges Minimum. Der Magnesit-Estrich wird in der Fläche nur soweit notwendig oberflächensaniert. In den Randbereichen wird der Bodenaufbau zum Einziehen der neuen Heiz-/Kälteleitungen geöffnet. Ein umlaufendes Randfries mit angeschliffener Körnung – zum Belag verwandt, aber nicht ident – wird ergänzt und zoniert die Bodenfläche in historisch logischer Weise.
Vier Einbaumöbel verstehen sich als minimal-invasive Eingriffe in den Bestand, die die gewünschten, neuen Funktionalitäten aufnehmen: Die Bar, der Infotresen und das Diskurstheater im EG und ein Workshopkubus im 1.OG. Sie stellen in schwarz lasierter bzw. naturbelassener Eichenoberfläche einen lesbaren Kontrast zum „White-Cube“ der Bestandshülle dar.
Das Diskurstheater im EG mit „LED-Cave“ ist einerseits als autarke Einheit nutzbar und schafft eine räumlich geschützte Atmosphäre. Es kann jedoch auch als Einführung in die Ausstellungsschwerpunkte kuratorisch genutzt werden, die Stiege 3 führt direkt weiter nach oben in die weiteren Ausstellungsbereiche.
Im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz, den Anforderungen eines modernen Ausstellungsgebäudes und den Bedürfnissen öffentlicher Räume entsteht im 1. Bezirk als Gemeinschaftsprojekt von Universität Wien, Technischer Universität Wien und Österreichischer Akademie der Wissenschaften ein neues Wissenschaftszentrum, das 2027 seine Pforten öffnen soll.
| Zeitraum: | 2025-2027 |
| Auftraggeber: | BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H / ÖAW / Universität Wien / TU Wien |
| Adresse: | Wollzeile 27A, 1010 Wien |
| Mitarbeit: | Achim Eilmsteiner Leo Hollmann Ajdin Vukovic Lisa Detter |
| Auszeichnungen: | Verhandlungsverfahren, 1. Rang |
| Status: | In Planung |