Grün trifft Campus: der Grünraum wächst von Westen in das Quartier, das Vorfeld zwischen Ilse-Wallentin-Haus, Wilhelm-Exner-Haus und dem neuen CILA spannt sich als entsiegelte, von Grünflächen perforierte Fläche zwischen den Gebäuden auf. Durch das Drehen der Baukörper in die natürliche Hangneigung öffnet sich der Campus konisch zum Stadtraum der Peter-Jordan-Straße.
Zwei Häuser, eine Mauer und ein Hof: Nur zwei kleinteilige Pavillons treten oberirdisch als Bauwerke in Erscheinung. Blickachsen vom Campus ins westliche Grün bleiben offen, die geteilten Bauvolumen bieten Durch- und Ausblicke ins Grün. Die Landschaft läuft über das Gebäude hinweg und durch das Ensemble hindurch.
Der Wirtschaftshof wird im Grün versenkt, nur als Gartenmauer tritt das Erdgeschoß stadträumlich in Erscheinung. Sie bildet eine dem Geländeverlauf folgende Terrassierung aus, die als Raumkante den Freiraum fasst und eine klare Adresse zum neuen CILA bildet.
Es entstehen Serpentinen die zum einen die barrierefreie Erschließung über den Hang sicherstellen. Zum anderen Mäandrieren die Wege landschaftlich über das Bauvolumen hinweg – das Gebäude als erlebbare Landschaft mit Ein- und Ausblicken auf verschiedensten Niveaus.
Die städtebauliche Konzeption verzichtet bewusst auf Präsenz zur Peter-Jordan-Straße, sondern stellt den Grünraum in die erste Reihe. Die Zurückhaltung in Höhe und Ausdehnung der Baumasse stärk zugleich die identitätsstiftende Figur des historischen Wilhelm-Exner-Gebäude im Stadtbild.
Das Erdgeschoß mit seinem versunkenen Werkhof löst die funktionalen Anforderungen kompromisslos ein, ohne dabei landschaftlich in Form von Zäunen oder Abgrenzungen als Barriere in Erscheinung zu treten. Die Kernfunktionen werden unterirdisch aufgenommen – sind in der Parklandschaft aber dennoch sichtbar.
Die zwei Häuser treten als Laternen unterschiedlicher Granularität am Campus in Erscheinung. Verwandt aber differenziert schreiben sie das Ensemble in Körnung und Bauplastik in die Landschaft hinein fort.
Vorhandene architektonische Elemente werden aufgenommen, inhaltlich in die Aufgabenstellungen der Zeit überführt und in eine neue Struktur destilliert.
Architektur und Landschaft finden formal schlüssig zueinander. Die konkave Natursteinwand versteht sich als landschaftsgärtnerisch-überwachsendes und identitätsstiftendes Element. Die formal stringenten Hallen mit dem präzisen gesetzten Hof stehen bewusst und ablesbar in Kontrast zur umgebenden, organischen Landschaft.
Das Gebäude folgt einer klaren ressourcenschonenden Logik: Holz als nachwachsender Hochleistungsbaustoff für große Spannweiten und Gebäudebekleidung, Stahl für zugbeanspruchte, hoch effiziente Elemente und Recyclingbeton für dauerhafte, erdberührte und lastintensive Bauteile.
| Zeitraum: | 2026 |
| Auftraggeber: | BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. |
| Planung: | gemeinsam mit simzim landschaftsarchitektinnen |
| Mitarbeit: | Achim Eilmsteiner Lisa Detter |
| Auszeichnungen: | EU-weit offener Wettbewerb, Anerkennungspreis |