Den Block fertigbauen: Der Entwurf setzt auf eine räumliche Klärung der Stadtstruktur, unabhängig von ungewissen Kontextprojekten und zukünftigen Bauphasen.
Die Ecken des Volumens werden präzise gesetzt, abgeleitet aus den stadträumlichen Bezügen zu bestehenden Strukturen und den historischen Straßenachsen der historischen Ringstraße – der Benešova.
Das südliche Stadtentwicklungsgebiet – der künftige Park – rund um den bestehenden Bahnhof findet durch den neuen Stadtbaustein einen klaren Schluss und der Block eine räumlich klare Fassung.
Die Raumkanten werden logisch fortgeschrieben und besetzt. Das Quartier ist in der ersten Stufe fertig gebaut und ein qualitätsvoller Grünraum kann entstehen. Einem möglichen zweiten Baukörper wird im dreieckigen Zwischenraum genügend Raum gelassen.
Die Straßenflucht wird jedoch weitgehend geschlossen, die Lücke zwischen Bestand und Neubau wird als minimale Fuge ausgebildet, die sich Richtung Koliště zu einem Öffentlichen Freiraum und Park erweitert.
Durch die Höhenstaffelung vermittelt das Gebäude zwischen Stadtkern und dem Übergang in die äußeren Stadtviertel. Die Topographie bildet sich im Volumen ab: Es reagiert sensibel auf die Dichteverhältnisse, erzeugt Präsenz an der Benesova und einen angemessene Höhe Richtung Koliste.
Eine erprobte Typologie: Die Grammatik der Stadt findet sich im neuen Gebäude wieder. Die Blockrand-Typologie mit seichten Trakttiefen steht für langfristige Adaptierbarkeit, natürliche Belichtung und Belüftung bei gleichzeitiger Verdichtung.
Um einen großzügigen Hof organisiert sich ein Ring funktionaler Schichten: An den Fassaden sind umlaufend belichtete Büroflächen situiert.
Im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß wird in diese zwei-hüftige Struktur eine lichtdurchflutete Galeriestruktur gesetzt, die die öffentliche Zone mit Countern und Wartebereichen aufnimmt und die beiden Geschoße räumlich vernetzt.
Das Gebäude führt die Granularität der Stadt fort und nimmt gleichzeitig seine Rolle als Vermittler an dieser neuralgischen Lage am zentralen Ring der Stadtstruktur wahr: Es gibt klare Antworten auf die städtebaulichen Fragestellungen und setzt ein maßvolles Statement für ein zeitgemäßes Verwaltungsgebäude an prominenter Lage.
Dabei wird es seiner Verantwortung desmaßvollen Umgangs mit öffentlichen Ressourcen gerecht und übersetzt dies in eine angemessene architektonisch-gestalterische Struktur.
| Zeitraum: | 2026 |
| Auftraggeber: | Statutory City of Brno |
| Adresse: | 60200 Brünn (CZ) |
| Planung: | gemeinsam mit MAAUS s.r.o |
| Mitarbeit: | Achim Eilmsteiner Lisa Detter |
| Auszeichnungen: | EU-weiter zweistufiger Wettbewerb, 3. Preis |
| Fotos: | janusch co. |